Das Konzept der biologischen Uhr

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Sie zu bestimmten Zeiten Hunger verspüren oder zu bestimmten Tageszeiten besonders viel Energie haben? Das liegt an Ihrer inneren Uhr. Diese Uhr reguliert nicht nur Ihren Schlaf-Wach-Rhythmus, sondern beeinflusst auch zahlreiche andere Körperfunktionen. Was genau beinhaltet die innere Uhr und wie können Sie am besten darauf reagieren? Erfahren Sie mehr in diesem Artikel!

Was ist der zirkadiane Rhythmus? 

Jeder Mensch besitzt eine innere Uhr, die dafür sorgt, dass Körperfunktionen zur richtigen Tageszeit ablaufen. Diese biologische Uhr reguliert, wann wir uns wach und aufmerksam fühlen und wann unser Körper Ruhe braucht. Dieser Rhythmus von etwa 24 Stunden wird als zirkadianer Rhythmus bezeichnet. 

Zirkadianer RhythmusZirkadianer Rhythmus

Der Name stammt vom lateinischen "circa diem", was wörtlich "etwa ein Tag" bedeutet.

Doch der zirkadiane Rhythmus beschränkt sich nicht nur auf Schlafen und Aufwachen. Er ist mit nahezu allen Körperfunktionen verknüpft, wie etwa der Hormonproduktion, der Verdauung und der Körpertemperatur. Er sorgt dafür, dass alles zur richtigen Zeit geschieht: vom Hungergefühl bis zum Signal, dass es Zeit zum Schlafen ist.

Wissen Sie?

Fast alle Lebewesen besitzen eine Art innere Uhr. Denken Sie nur an Blumen, die sich bei Sonnenaufgang öffnen, oder an Zugvögel, die jedes Jahr zur gleichen Zeit Tausende von Kilometern zurücklegen.

Ist der zirkadiane Rhythmus dasselbe wie unsere innere Uhr?

Der zirkadiane RhythmusDer zirkadiane Rhythmus

Der zirkadiane Rhythmus und die biologische Uhr werden oft verwechselt, sind aber nicht genau dasselbe. Der zirkadiane Rhythmus ist das natürliche 24-Stunden-Muster im Körper, das bestimmt, wann man müde oder wach ist und wie sich Körpertemperatur und Hormonspiegel verändern.

Die innere Uhr ist das übergeordnete System in Ihrem Gehirn, das diesen Rhythmus reguliert und sicherstellt, dass Ihr Körper weiß, wann es Tag und wann Nacht ist. Vereinfacht gesagt: Der zirkadiane Rhythmus ist das tägliche Muster, und die innere Uhr ist das System, das dieses Muster steuert.

“Neben dieser zentralen Uhr besitzen auch viele Organe wie Leber und Bauchspeicheldrüse kleine Uhren"

Wie funktioniert die innere Uhr?

Doch wie genau funktioniert die innere Uhr? Die zentrale Steuerungseinrichtung, die all diese Rhythmen reguliert, befindet sich in einem kleinen Bereich tief im Gehirn. Dieser Bereich heißt Nucleus suprachiasmaticus (SCN). Der SCN besteht aus einigen Tausend Nervenzellen, die tagsüber aktiver sind als nachts. Dadurch senden sie ein regelmäßiges, rhythmisches Signal an den Rest des Körpers.

Grüne Augen, auf die die Sonne scheintGrüne Augen, auf die die Sonne scheint

Dadurch senden sie ein regelmäßiges, rhythmisches Signal an den Rest des Körpers.

Dieser Rhythmus wird hauptsächlich vom Licht beeinflusst. Über die Augen empfängt der SCN Informationen über den Unterschied zwischen Tag und Nacht. Darauf basierend steuert die innere Uhr Prozesse wie Schlaf, Körpertemperatur und Hormonausschüttung. So sorgt die biologische Uhr beispielsweise dafür, dass man sich tagsüber wach und abends müde fühlt.

Neben dieser zentralen Uhr besitzen viele Organe wie Leber und Bauchspeicheldrüse auch kleinere Uhren. Muskeln, Verdauung und Leber beispielsweise arbeiten nach ihrem eigenen Rhythmus, bleiben aber auf die Hauptuhr abgestimmt. Dieses Zusammenspiel gewährleistet die optimale Koordination aller Körperprozesse.

“Helles (künstliches) Licht am Abend kann diesen Rhythmus tatsächlich stören, da es die Produktion des Schlafhormons Melatonin hemmt"

Was beeinflusst unseren zirkadianen Rhythmus?

Frau scrollt im Bett auf ihrem HandyFrau scrollt im Bett auf ihrem Handy

Unser zirkadianer Rhythmus wird ständig von Signalen aus unserer Umwelt und von unserem Verhalten beeinflusst. Die wichtigsten Einflussfaktoren sind:

  • Tageslicht. Tageslicht ist das stärkste Signal für Ihre innere Uhr. Insbesondere Morgenlicht hilft, die innere Uhr neu einzustellen. Helles (künstliches) Licht am Abend kann diesen Rhythmus sogar stören, indem es die Produktion des Schlafhormons Melatonin hemmt.
  • Schlafgewohnheiten. Regelmäßige Schlafenszeiten tragen zu einem stabilen Rhythmus bei. Unregelmäßiges Zubettgehen oder langes Ausschlafen können die innere Uhr stören, sodass man sich tagsüber müder fühlt und abends schlechter einschlafen kann.
  • Ernährung und Mahlzeiten. Nicht nur was, sondern auch wann man isst, hat Auswirkungen. Mahlzeiten fungieren als Zeitsignale für Organe wie Leber und Verdauungssystem. Spätes oder unregelmäßiges Essen kann diese "inneren Uhren" stören und den Stoffwechsel negativ beeinflussen.
  • Bewegung. Regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere tagsüber, unterstützt den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Sport kann Ihnen helfen, nachts besser zu schlafen und tagsüber wacher zu sein.
  • Weitere Faktoren. Schichtarbeit, Jetlag und intensive Bildschirmzeit am Abend können den zirkadianen Rhythmus stören. Dadurch gerät die innere Uhr aus dem Takt mit dem natürlichen Hell-Dunkel-Rhythmus.

Kurz gesagt, der zirkadiane Rhythmus wird von Licht, Verhalten und Lebensstil beeinflusst. Ein gleichmäßiger Tagesrhythmus ist dabei entscheidend; Abweichungen können die innere Uhr stören. Die wichtigsten Folgen sind im Folgenden aufgeführt.

"Während wir früher im Einklang mit dem natürlichen Hell-Dunkel-Zyklus lebten, weicht dieser in der heutigen 24/7-Gesellschaft erheblich davon ab"

Was passiert, wenn unsere innere Uhr gestört ist?

Schon nach wenigen schlaflosen Nächten merkt man es: Man wacht müde auf, hat weniger Energie und kann sich schlechter konzentrieren. Wiederholt sich das, beispielsweise durch unregelmäßige Schlafenszeiten, Schichtarbeit oder abendliche Bildschirmzeit, gerät nicht nur der Schlaf, sondern der gesamte innere Rhythmus aus dem Gleichgewicht.

Der Mann liegt im Bett und reibt sich die AugenDer Mann liegt im Bett und reibt sich die Augen

Früher lebten wir im Einklang mit dem natürlichen Hell-Dunkel-Rhythmus, doch in unserer heutigen 24/7-Gesellschaft ist dieser stark gestört. Künstliches Licht, Bildschirmzeit sowie späte Mahlzeiten und sportliche Betätigung führen zu einer Diskrepanz zwischen unserer inneren Uhr und den kleineren inneren Uhren im Körper. Dies kann nicht nur Schlafstörungen und Müdigkeit verursachen, sondern auch Verdauung, Stoffwechsel und Gehirnfunktionen beeinträchtigen.

Der zirkadiane Rhythmus steuert auch Prozesse wie Hormone, Energieverarbeitung und das Immunsystem. Werden diese gestört, arbeitet der Körper weniger effizient. Dies kann zu anhaltender Müdigkeit, einem erhöhten Risiko für Gewichtszunahme und einer gestörten Regulierung von Hunger- und Sättigungssignalen führen.

Die Wiederherstellung und Unterstützung Ihres biologischen Rhythmus ist daher sowohl für Ihr tägliches Funktionieren als auch für Ihre langfristige Gesundheit unerlässlich.

“Ein weiteres wichtiges Signal, um die innere Uhr jeden Tag neu zu stellen, ist das Essen”

Wie kann ich meine innere Uhr zurücksetzen? 4 Tipps!

In unserer modernen, hektischen Gesellschaft ist es besonders wichtig und gleichzeitig eine Herausforderung, den Körper im Gleichgewicht zu halten. Den Stoffwechsel zu optimieren und im Einklang mit der inneren Uhr zu leben, ist einfacher als gedacht.

Hier sind 4 wissenschaftlich fundierte Tipps, um im Einklang mit dem Rhythmus Ihres Körpers zu leben:

  1. Gehen Sie klug mit Licht um. Tageslicht ist wichtig für die Synchronisation Ihrer inneren Uhr. Suchen Sie daher direkt nach dem Aufwachen Tageslicht auf. Das hilft Ihrem Körper, den richtigen Rhythmus beizubehalten. Am Abend hingegen sollten Sie helles (künstliches) Licht meiden, insbesondere in den Stunden vor dem Schlafengehen.
  2. Etablieren Sie einen regelmäßigen Schlafrhythmus. Versuchen Sie, jeden Tag, auch am Wochenende, etwa zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und aufzustehen. So entwickelt Ihr Körper einen gleichmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus. Möchten Sie früher ins Bett gehen? Dann verschieben Sie Ihre Schlafenszeit schrittweise nach vorn, zum Beispiel in Schritten von 15 bis 30 Minuten, um langes Wachliegen zu vermeiden.
  3. Essen Sie zur richtigen Zeit. Ein weiterer wichtiger Faktor, um Ihren Biorhythmus täglich neu einzustellen, ist der Zeitpunkt Ihrer Mahlzeiten. Versuchen Sie, den Großteil deiner Kalorien tagsüber zu sich zu nehmen und zwei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu essen.
  4. Versorgen Sie Ihren Körper mit den richtigen Nährstoffen. Jeder Nährstoff hat eine spezifische Wirkung auf den Körper. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zum richtigen Zeitpunkt kann den Körper optimal unterstützen. Tagsüber: B-Vitamine, Vitamin C, Calcium, Eisen, Kupfer, Magnesium und Mangan. Abends: Vitamin A, D, E, Magnesium, Calcium, Zink und 5-HTP.

Fragen oder Ratschläge?

Möchten Sie mehr über die biologische Uhr erfahren und darüber, welche Nahrungsergänzungsmittel helfen können, Ihren natürlichen Rhythmus wiederherzustellen? Bitte kontaktieren Sie uns über das Kontaktformular oder während der Bürozeiten telefonisch unter +31 (0)85-773 17 13 (Ortstarif).